110’000 Betreibungen Hinzugefügt am 9. April 2026 | by Markus Zöbeli | Uncategorized | (Textbeitrag 20 Minuten vom 30. März 2026 / von Lisa Arnold und Daniel Krähenbühl) Die Zahl der Krankenkassen-Betreibungen sank 2025 in Zürich um gut 25 Prozent. Gleichzeitig schossen die Steuerschulden stark in die Höhe. Eine Überraschung gibt es im Kreis 4 und was hinter Zürichs Schuldenbergen steckt. Darum gehts Die Stadt Zürich verzeichnet 2025 weniger Betreibungen als im Vorjahr. Die Gesamtsumme der Betreibungen ist aber höher als im Jahr davor. Der Kreis 4 hat den stärksten Rückgang an Betreibungen pro Einwohner im Vergleich zu 2015. Der Kreis 1 hat eine Betreibungsquote von über 100 Prozent. Steuern, Krankenkassen, Strom- oder Lieferantenrechnungen: Im Jahr 2025 sind bei den zwölf städtischen Betreibungsämtern 110’374 Betreibungen eingegangen. Das sind insgesamt 9940 Betreibungen weniger als im Jahr 2024. Gleichzeitig stieg die Gesamtsumme des Forderungsbetrags auf 3,6 Milliarden Franken. 20 Minuten hat die wichtigsten Punkte des Jahresberichts der Stadtammann- und Betreibungsämter der Stadt Zürich aufgeschlüsselt. Weniger Betreibungen wegen Krankenkassenschulden Bei den Betreibungen wegen Krankenkassenschulden zeichnet sich ein Trend ab: Im Jahr 2024 gab es 22’019 solche Fälle, letztes Jahr noch deren 16’385. Der Rückgang um 25,6 Prozent ist auf eine im Juli 2024 eingeführte Gesetzesanpassung zurückzuführen, schreiben die Betreibungsämter. Neu dürfen Krankenkassen bei ihnen versicherte Personen nur noch zweimal jährlich betreiben. Zwar bleibt die geschuldete Summe gleich, doch der Schuldner spart die durchschnittlichen Kosten von 200 Franken pro Betreibung ein. Zudem kann der Schuldner verlangen, dass die Krankenkassenprämien vom Lohn abgezogen und vom Betreibungsamt direkt an die Krankenkassen überwiesen werden. Deutlich höhere Steuerschulden Anders sieht es bei den Steuern aus: Im Jahr 2025 fehlen den Zürcher Ämtern mit 250 Millionen Franken mehr als doppelt so viele Steuergelder wie im Vorjahr. 2024 waren es noch 119 Millionen Franken. Die Zahl der Steuerschuldner blieb mit 21’533 relativ stabil. Männer werden häufiger betrieben Zwar wurden letztes Jahr 10.4 Prozent weniger Männer betrieben als noch 2024. Die Summe der Forderungen stieg hingegen von knapp 400 Millionen auf über eine Milliarde Franken. Von Frauen wurden 120 Millionen Franken eingefordert – rund 32 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Rechtsvorschlag wurde 10’787 Mal, also nur in etwa 10 Prozent der Fälle, erhoben. Kreis 4 mit grösstem Rückgang an Betreibungen Gemäss dem Jahresbericht hat sich der Kreis 4 in Bezug auf die Anzahl Betreibungen pro Person am stärksten verbessert: Im Jahr 2015 hatte der Kreis 4 eine Betreibungsquote von 55 Prozent. Das bedeutet: Rechnerisch gesehen wurde mehr als jede zweite Person betrieben. Zehn Jahre später beträgt die Quote 41 Prozent. Stark zugenommen haben hingegen die Betreibungen in den Kreisen 8 und 12, wo sie sich fast verdoppelt haben. Was auffällt: Im Kreis 1 liegt die Quote über 100 Prozent. Der Grund dafür liegt nicht in der schlechten Zahlungsmoral der 5747 Altstadt-Bewohner, sondern an den Unternehmen, die dort ihren Sitz haben. Da Forderungen nach einer gewissen Zeit verjähren, leiten etwa Banken oder Versicherungen als Absicherung eine Betreibung ein, damit die Forderung rechtlich nicht erlöscht. Zunahme an Betreibungsauszügen Der Bericht zeigt weitere Entwicklungen rund um die Betreibungs-Thematik. Im Jahr 2025 wurden 144’224 Registerauszüge aus dem Betreibungsregister ausgestellt. Das sind 33 Prozent Auszüge mehr als 2015. Der Auszug dient als Beweis für Zuverlässigkeit und Zahlungsfähigkeit und wird etwa bei Wohnungs- oder Jobbewerbungen gebraucht. Polizeiliche Zwangsräumung Nur in Ausnahmefällen musste die Polizei etwa mit Zwangsräumungen bei unbezahlter Miete einschreiten. Das geschah im Jahr 2025 insgesamt 145 Mal. Das sind 16 Vorfälle weniger als im Jahr davor. Das Sozialamt hilft den betroffenen Privatpersonen in solchen Fällen auf Wunsch bei der Wohnungssuche. Sind Kinder mit betroffen, organisiert das Sozialamt von sich aus eine Unterkunft. Bei solchen Räumungen werden die Stadtammannämter meist von der Stadtpolizei Zürich und je nach Fall auch vom Stadtärztlichen Dienst unterstützt.