Schweizerinnen und Schweizer kaufen seltener auf Pump Hinzugefügt am 2. April 2026 | by Markus Zöbeli | Uncategorized | (Textbeitrag Tages-Anzeiger vom 2. April 2026 / von David Wiederkehr) Nur ein Viertel nutzt «Buy now, pay later», in den Nachbarländern ist es die Hälfte. Doch wer hierzulande Einkäufe in Raten begleicht, empfindet dies häufiger als psychische Belastung. «Buy now, pay later»: Einkäufe erst später oder in Raten zu begleichen, ist stark im Kommen. Wie eine repräsentative Umfrage von Yougov im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus zeigt, sind Schweizerinnen und Schweizer aber noch zurückhaltender als ihre Nachbarn. In Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien setzen rund die Hälfte der Befragten auf Ratenzahlungen, in der Schweiz trifft das nur auf ein Viertel der Bevölkerung zu. Auch die Häufigkeit der Nutzung variiert stark: In Deutschland tätigt bereits jeder fünfte Pay-later-Nutzer monatlich entsprechende Käufe, während die Schweizer Konsumenten diese Optionen in der Regel nur einmal im Jahr oder noch seltener in Anspruch nehmen. Interessanterweise korreliert die Zurückhaltung in der Schweiz mit einer höheren psychischen Belastung. Fast ein Viertel der Befragten hierzulande empfindet regelmässige Ratenzahlungen als grosse Belastung – ein Spitzenwert im Vergleich der untersuchten Länder. In diesen steht für eine Mehrheit die Planbarkeit im Vordergrund: Sie nutzen die Funktion vor allem, um Zahlungen besser in ihr monatliches Budget zu integrieren. Neben der Bequemlichkeit spielen auch psychologische Effekte eine Rolle, da Produkte durch die Stückelung des Preises für viele Konsumenten subjektiv günstiger wirken. Dennoch gibt gut jeder fünfte Nutzer an, die Dienstleistung nur zu beanspruchen, weil das Produkt sonst schlicht nicht bezahlbar wäre – in Frankreich trifft dies sogar auf jeden dritten Nutzer zu. In der Schweiz sind es 28 Prozent. Wer wofür eine Ratenzahlung bevorzugt Die Konsumgewohnheiten zeigen zudem klare länderspezifische Schwerpunkte. In den EU-Ländern wird die Ratenzahlung primär für Elektronikartikel genutzt, während in Deutschland und Österreich zusätzlich jeder vierte Nutzer Mode auf Pump kauft. In Frankreich und Italien werden besonders Haushaltsgeräte auf diese Weise finanziert. Die Schweiz bildet auch hier eine Ausnahme: Einzig dort werden Autos und Motorräder häufiger über Ratenmodelle finanziert als Elektronik, was Forscher unter anderem auf das vergleichsweise niedrige Preisniveau für Elektrogeräte in der Schweiz zurückführen. Auch bei der finanziellen Hemmschwelle gibt es eine klare Grenze. Während in den befragten EU-Ländern eine Ratenzahlung meist ab einem Betrag von 250 Euro üblich wird, liegt diese Schwelle bei den Schweizer Konsumenten erst bei 1000 Franken.