Gesundheitskosten betrugen über 10’000 Franken pro Kopf Hinzugefügt am 24. April 2026 | by Markus Zöbeli | Uncategorized | (Textbeitrag Tages-Anzeiger vom 24. April 2026 / von Fabio Lüdi) Den Löwenanteil der Kosten haben im Jahr 2024 die Privathaushalte bezahlt. Das Bundesamt für Statistik (BFS) wagt eine erste Schätzung für die Kostenentwicklung im Jahr 2025. In Kürze: Die Schweizer Gesundheitskosten stiegen 2024 um 4,1 Prozent auf 97 Milliarden Franken. Apotheken verzeichneten mit plus 8,7 Prozent den markantesten Kostenanstieg aller Leistungserbringer. Privathaushalte finanzierten rund 62 Prozent der Gesundheitskosten direkt wie indirekt. Für 2025 prognostiziert das BFS einen weiteren Anstieg von über 3 Prozent. Die Gesundheitskosten in der Schweiz dürften im Jahr 2025 um über 3 Prozent steigen. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mit auf der Grundlage der verfügbaren Teildaten aus dem Gesundheitswesen. Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich schätzte den Anstieg der Gesundheitskosten für das Jahr 2025 zuletzt auf 3,7 Prozent. Gesundheitskosten stiegen 2024 um über 4 Prozent Das BFS wagte den Ausblick im Rahmen der Mitteilung zu den Gesundheitskosten im Jahr 2024. Sie stiegen damals um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit beliefen sich die Gesamtkosten im Gesundheitswesen auf 97 Milliarden Franken, wie das BFS schreibt. Die Gesundheitskosten pro Kopf betrugen demnach schweizweit 10’792 Franken. Zwei Drittel der Gesundheitskosten entfielen auf Pflege- und Hilfeleistungen – der Anstieg betrug in diesem Bereich 4,4 Prozent. Vor allem die stationäre Kurativpflege (plus 6,6 Prozent), also die auf Heilung ausgerichtete Spitalpflege, und die Langzeitpflege (plus 5,9 Prozent) schlugen dort zu Buche. Anstiege bei Apotheken markant Auch die Ausgaben für Medikamente, therapeutische Apparate und Verbrauchsmaterial stiegen um insgesamt 6,3 Prozent an. Hingegen sanken die Ausgaben für Prävention um 15,8 Prozent. Laut dem BFS erreichte dieser Ausgabenposten damit wieder das Vor-Corona-Niveau. Wichtigste Leistungserbringer im Gesundheitswesen waren 2024 die Spitäler. Auf sie entfielen über ein Drittel der Gesamtkosten. Die Spitäler verzeichneten einen Kostenanstieg von 3,3 Prozent, die Arztpraxen von 3,6 Prozent. Bei den sozialmedizinischen Institutionen, also Einrichtungen, die sich um Betagte und Behinderte kümmern, betrug der Kostenanstieg 4,4 Prozent. Markant stiegen die Kosten im Jahr 2024 bei den Apotheken. Dort stiegen die Ausgaben um 8,7 Prozent. Haushalte zahlen Grossteilt der Gesundheitskosten Die wichtigsten Finanzierungsträger der Gesundheitskosten waren die Privathaushalte. Sie zahlten rund 21 Prozent aus der eigenen Tasche sowie zusätzlich rund 41 Prozent in Form indirekter Beiträge, vornehmlich über die Krankenkassenprämien. Die Gesundheitsausgaben der Haushalte stiegen damit laut BFS von 2023 zu 2024 um 5,8 Prozent. Jene der öffentlichen Hand um 5,7 Prozent. Die Sozialversicherungsbeiträge der Unternehmen gingen hingegen um 3,1 Prozent zurück. Bei den Gesundheitskosten pro Kopf zeigten sich zwischen den Kantonen grosse Unterschiede. So waren sie im Kanton Basel-Stadt mit 13’709 Franken am höchsten, im Kanton Uri mit 8671 Franken am tiefsten. Auch der Kostenanteil für ambulante Leistungen variierte stark und betrug etwa im Kanton Genf 53 Prozent, während er im Kanton Uri bei rund 37 Prozent lag.